Probleme mit dem Beckenboden
Beckenboden-Therapie
Viele Beschwerden sind behandelbar

Beckenboden-Therapie | Beckenboden-Training in der Physiotherapie (Basel)

Der Beckenboden ist bei vielen Menschen häufig zu schwach oder zu angespannt. Das kann die Ursache für unterschiedliche Probleme, wie zum Beispiel Beckenschmerzen, Blasenschwäche, Inkontinenz oder Erektionsstörungen (Ja, auch der Mann hat einen Beckenboden!) sein. Diese Beschwerden und Probleme können mit einer gezielten Beckenboden-Therapie (Beckenboden-Training) behandelt werden.

Was ist der Beckenboden?

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Modell des weiblichen Beckens und des Beckenbodens (rot)
"Stellen Sie sich vor, der menschliche Rumpf sei ein Holzfass. Dieses ist gefüllt mit Äpfeln. Der hölzerne Boden des Fasses verhindert, dass die Äpfel unten herausfallen. Übertragen wir nun dieses Modell auf die Anatomie des Menschen: Die Äpfel stellen die inneren Organe (Bauchorgane) dar und der menschliche Beckenboden übernimmt die Funktion des hölzernen Fassbodens."
Der Beckenboden besteht aus 3 übereinanderliegenden Muskelschichten. Diese weisen Öffnungen aus für den Darm (Anus), die Harnwege und die Geschlechtsorgane. Er verschliesst den unteren Rumpf und das Becken nach unten. So wird verhindert, dass die inneren Organe beim aufrechten Stehen nach unten gleiten.

Video: So funktioniert der Beckenboden

Quelle: 5w-verlag.de

Haben Männer auch einen Beckenboden?

Ja, sowohl Frauen als auch Männer haben einen Beckenboden. Auch beim Mann kann eine Fehlfunktion des Beckenbodens die Ursache für zahlreiche Probleme und Beschwerden sein. Typische Männer-Probleme sind zum Beispiel Inkontinenz (sehr häufig nach Prostata-Operationen), Erektionsstörungen und andere sexuelle Probleme, Beckenschmerzen oder Schmerzen in den Genitalien.
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Auch Männer haben Probleme mit dem Beckenboden

Beckenboden-Training

Wie kann man den Beckenboden trainieren?

Da es sich beim Beckenboden um Muskeln handelt, die man willkürlich ansteuern kann, lassen sich diese auch gut trainieren. Das Problem ist jedoch, dass viele Menschen ihren Beckenboden nicht wirklich wahrnehmen können. Sie sind dadurch nicht in der Lage diesen korrekt anzuspannen.

Oft denken die Patientinnen und Patienten, sie können ihren Beckenboden problemlos anspannen. Bei einer genaueren Untersuchung durch eine Fachperson wird jedoch festgestellt, dass das Gegenteil der Fall ist.

Beim Versuch die Beckenbodenmuskulatur anzuspannen, wird stattdessen die Gesässmuskulatur oder die Bauchmuskulatur angespannt. Das verunmöglicht ein effektives Beckenboden-Training.

Die besten Übungen bringen nichts

Man kann noch so viele Übungen ausführen wie man will! Wenn der Beckenboden nicht bewusst angespannt werden kann bringen diese nicht den gewünschten Effekt! Bevor Sie also mit dem Üben beginnen, sollte sichergestellt werden, dass Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur auch wirklich korrekt ansteuern und anspannen können.

Kontrolle durch Fachperson

Ob der Beckenboden angespannt werden kann, oder ob er zu viel Spannung hat, kann von Ihrer Physiotherapeutin bzw. Ihrem Physiotherapeuten überprüft werden. Dazu kann eine Biofeedback-Gerät verwendet werden.

Was ist die Aufgabe des Beckenbodens?

Die Beckenbodenmuskulatur verschliesst das Becken nach unten und sichert somit die Lage der Bauch- und Beckenorgane bzw. verhindert, dass diese beim aufrechten Stehen nach unten «rutschen». Die Spannung des Beckenbodens verschliesst die Harnröhre (Urethra), die Harnblase und den Anus

Dadurch wird ungewollter Urinabgang (Harninkontinenz) oder Stuhlverlust (Stuhlinkontinenz) verhindert. Beim Stuhlgang und beim Wasserlösen (Urinieren) entspannt sich die Beckenbodenmuskulatur.

Auf plötzlich auftretende Druckerhöhung von oben aus dem Bauchraum reagiert der Beckenboden «automatisch» (reflektorisch) und spannt dagegen. So wird ein Urinverlust verhindert. Die ist zum Beispiel der Fall beim Tragen schwerer Lasten, Husten, Niesen, Lachen oder bei sportlichen Aktivitäten.

Ist der Beckenboden zu schwach können Probleme entstehen

Die Beckenbodenmuskulatur kann aus verschiedenen Gründen abgeschwächt sein. Sie hat dann zu wenig Spannung und ist hypoton. Es ist aber auch möglich, dass sie zu viel Spannung aufweist und verspannt (hyperton) ist. Beides kann Probleme verursachen. Folgende Beschwerden und Probleme können in der Physiotherapie von einer auf Beckenbodenrehabilitation spezialisierten Fachperson behandelt werden:

Schmerzen im Beckenbereich (Unterleibsschmerzen)
Harninkontinenz (Belastungsinkontinenz)
Ständiger Harndrang
Blasensenkung (Blasenvorfall, Blasenprolaps)
Nächtlicher Harndrang (Nykturie)
Häufiger Harndrang (Pollakisurie)
Erschwerte oder gestörte Blasenentleerung (Dysurie)
Chronische Blasenentzündungen
Scheidenkrampf (Vaginismus)
Scheidenvorfall
Gebärmuttersenkung (Gebärmuttervorfall, Gebärmutterprolaps)
Scheidenvorfall
Störungen der Prostatafunktion
Schmerzen im Bereich der Genitalien
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
Erektionsstörungen
Impotenz
Absenkung von Organen (Ptose)
Darmsenkung
Stuhlinkontinenz
Flatulenz
Chronische Verstopfung (Obstipation)
Anismus
Rückenschmerzen

Wie entstehen Beschwerden im Zusammenhang mit dem Beckenboden?

Bei beiden Geschlechtern wird der Beckenboden im Laufe der Zeit, also mit zunehmendem Alter schwächer. Ein sehr häufiger Grund für eine Überdehnung bzw. eine Abschwächung des weiblichen Beckenbodens ist eine vaginale Geburt. Bei beiden Geschlechtern können folgende Faktoren zu einer Dysfunktion des Beckenbodens führen:
Übergewicht
Operationen
Schweres Heben
Körperliche Überbelastung
Ungünstige Körperhaltung
Chronisches Husten
Chronisches Asthma
Schwaches Bindegewebe (angeboren)

Beckenboden-Therapie in der Physiotherapie

In der Physiotherapie werden unterschiedliche Behandlungsmethoden angewendet. Je nach Befund werden folgende Behandlungstechniken eingesetzt:

Schulung der Wahrnehmung

Wie spannt man den Beckenboden an?

Sie lernen Ihren Beckenboden zu spüren und diesen bewusst und gezielt anzuspannen. Nur so ist ein effektives Beckenbodentraining möglich.

Wie entspannt man den Beckenboden?

Häufig ist dieser zu sehr angespannt und kann nicht loslassen. Er verbleibt in einer permanenten Anspannung (Hypertonus), was zu unterschiedlichen Problemen und Beschwerden führen kann. In diesem Falle lernen Sie, Ihre Beckenbodenmuskulatur bewusst zu entspannen.

Instruktion von Übungen (Beckenboden-Übungen)

Ihre Physiotherapeutin bzw. Ihr Physiotherapeut wird Ihnen ein Übungsprogramm instruieren, welches genau auf Ihre Problematik abgestimmt ist. Es handelt sich um Kräftigungsübungen oder Entspannungsübungen. Diese Übungen sollten Sie regelmässig zu Hause ausführen. 
Nur durch regelmässiges Üben ist eine Verbesserung möglich.

Beckenboden-Therapie durch Elektrostimulation | Elektrotherapie

Viele Patientinnen und Patienten können ihre Beckenbodenmuskulatur nicht spüren und dementsprechend nicht bewusst anspannen oder loslassen. Ist dies trotz den Instruktionen durch die spezialisierte Physiotherapeutin bzw. durch den spezialisierten Physiotherapeuten nicht möglich, dann kann die Elektrostimulation eingesetzt werden. 

Durch sanfte elektrische Impulse wird die Beckenbodenmuskulatur stimuliert und kann so durch die Patientin bzw. den Patienten besser wahrgenommen werden. Die Stimulation bietet eine Hilfestellung. Durch sie wird das bewusste Anspannen bzw. Entspannen der Muskulatur erleichtert.

Sobald die Patientin bzw. der Patient gelernt hat den Beckenboden bewusst zu aktivieren und loszulassen, wird ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur erst möglich.

Die Impulse sind angenehm und in keiner Weise schmerzhaft. Um die Elektrotherapie durchzuführen, wird bei den Frauen eine Vaginalsonde eingeführt, bei den Männern eine Analsonde. Auch dies ist völlig schmerzfrei. Die Elektrostimulation ist so lange sinnvoll, bis die Beckenbodenmuskulatur bewusst angespannt bzw. losgelassen werden kann. Ist dies erreicht, kann die elektrische Stimulation beendet werden und das Übungsprogramm kann nun ohne «Hilfsmittel» fortgesetzt werden.

Biofeedback

Eine weitere Möglichkeit der Beckenboden-Therapie ist das Biofeedback. Die modernen Biofeedback-Geräte geben der Patientin bzw. dem Patienten eine Rückmeldung (englisch: "feedback"), ob der Beckenboden korrekt angespannt wird oder eben nicht. 

Diese Rückmeldung erfolgt akustisch (über einen Ton) oder visuell auf einem Bildschirm. Auch für die Biofeedback-Therapie ist es nötig eine Vaginalsonde bzw. beim Mann eine Analsonde einzuführen. Die Biofeedback-Geräte bieten unterschiedliche Trainingsprogramme, welche auch gut zu Hause ausgeführt werden können. Sie erleichtern das Training und wirken durch die visuelle bzw. akustische Rückmeldung sehr motivierend. 

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Dana-Grassi-Physiotherapie-Basel

Dana Grassi

Dipl. Physiotherapeut
Beckenboden-Therapeutin
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